Viele sagen: „Wer wird uns Gutes sehen lassen?“ Herr, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes! (Psalm 4,7)


Jahr für Jahr für Jahr waren wir es gewohnt, zum Jahreswechsel gute Vorsätze
für unser Leben im neuen Jahr zu fassen. Im nächsten Jahr wollten wir die
Veränderungen in unserem Beruf endlich anpacken, Muster in unseren Familien
verändern und endlich die Laufschuhe aus dem Keller holen. Gesundheit
und Glück wünschten sich laut Umfragen die meisten Leute. Wie aber sieht nun
unser Blick in das neue Jahr aus? Was wird es bringen? Die Verunsicherungen nach
den Erlebnissen des vergangenen Jahres haben zugenommen.
Nach dem vergangenen Jahr können sich sicher viele mit der Frage aus der
Monatslosung identifizieren: „Wer wird uns Gutes sehen lassen?“ Es ist eine
Frage, die sich stellt, wenn einem die Hoffnung genommen ist. Wenn der Blick in
die Zukunft eher die Verunsicherung als die Freude über Neues hergibt. Wenn
die bisherigen Glücks-Modelle nicht getragen haben und wir uns an die
Grundfeste des Lebens klammern müssen: Wer wird mich aus meiner Not retten?
Während wir noch über diese Frage nachdenken, ruft uns der Psalmist bereits die
Antwort entgegen: „Herr, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!“ Der
Psalmist hinterlässt bei der Suche nach Hoffnung und Halt kein Vakuum, sondern
er hat selbst erfahren, dass die Sicherheit in unserem Leben allein von Gottes
Gegenwart in unserem Leben abhängt. Wo Menschen ihn verlassen und
enttäuscht haben, da hat er erlebt, dass Gott seine Sicherheit ist (V.9) – und die
geht weit über materielle Sicherheiten hinaus (V.8).
Gerade von Weihnachten kommend haben wir uns erinnert, dass Gott sich in der
Person Jesus als Immanuel (=Gott ist mit uns) vorstellt. Sein Licht ist in diese
Welt gekommen und sein Licht leuchtet bis heute in die Dunkelheit dieser Welt.
Natürlich wissen wir auch dadurch nicht, was das nächste Jahr uns bringen wird.
Welche Herausforderungen und Ängste wir ertragen werden? Wie es mit unserer
beruflichen Zukunft weitergehen wird? Und doch dürfen wir wissen, dass in
alledem Jesus selbst in uns lebt. Und mit seiner Gegenwart verspricht er uns
seinen Frieden.
Was wird uns das nächste Jahr bringen? Was für Erwartungen haben wir?
Welche Vorsätze können wir uns geben? Der Psalmist erinnert uns daran, dass
wir schlussendlich gar nicht die Schmiede unseres Glücks sind, sondern dass wir
Halt und Frieden allein bei Gott finden können. So bleibt mir eigentlich nur ein
Wunsch für uns im kommenden Jahr: „Herr, lass leuchten über uns das Licht
deines Antlitzes!“

Euer Rudi Drews