Open Doors

26. September 2021. Ein ganz normaler Sonntag. Denk ich. Aber er war es nicht. Er war besonders und hat mich sehr berührt und angesprochen und hinterher  hatte ich den Eindruck, ich möchte ein paar Worte darüber schreiben. Nick Gabler ist für Open Doors als Referent in der Öffentlichkeitsarbeit tätig und hat mit viel Einfühlungsvermögen über die momentane Situation in einigen Ländern erzählt, die an der Spitze des  Weltverfolgungsindexes stehen, wie Indien, Afghanistan und Syrien. Open Doors ist nicht irgendeine Organisation, sondern eine der wenigen, die sich um verfolgte Christen kümmert, aufklärende Berichtserstattung bringt und gleichzeitig durch Mitarbeiter vor Ort hineinwirkt in eine notleidende Welt. Bevor ich diesen Bericht schreibe, habe ich bei der Recherche nur eine – allen bekannte – öffentliche Persönlichkeit gefunden, die sich nachhaltig für verfolgte Christen einsetzt und die Situation in der Öffentlichkeit bekannt machte: Volker Kauder. Eine Frage, die ich für mich gestellt habe, ist, wie kann ich ohne über Politik oder Kritik über das Thema reden? Deshalb wollte ich nur drei oder vier Kernaussagen  niederschreiben, die ich für alle wichtig finde, im  Herzen zu bewahren. Syrien: Eine Christin vor Ort sagte, sie wäre durch die Verfolgung der IS dankbar, dass sie dadurch erlebt, wie wichtig und kostbar ihr der Glaube an Jesus ist und es keine Selbstverständlichkeit ist. Afghanistan: Viele afghanische Christen beten, dass sie im Westen als Flüchtlinge nicht ihren Glauben verlieren. Indien: Durch die Änderung in der Regierung hat das Land tragischerweise seine demokratische Ausrichtung verloren, und so sind nur Hindus die richtigen Inder. Alles, was davon abweicht, wird nicht mehr geduldet, was zur Folge hat, dass Christen nicht nur verfolgt werden, sondern ihnen jegliche wirtschaftliche Grundlage entzogen wird und sie getötet werden. .“ Ich selbst arbeite seit über 12 Jahren für „Compassion Deutschland“, eine der größten christlichen Patenschafts-Organisationen, die sehr sehr viele Schulzentren in Indien aufgebaut hat, wo nicht nur Versorgung und Bildung vermittelt wurden, sondern vor allem das Wort Gottes gelehrt wurde. Da keine Gelder mehr ins Land fließen konnten, mussten sie geschlossen werden, was über 120000 Kinder betraf. (Mir blutet das Herz, weil ich viele viele Kinderbriefe aus Indien für die Paten übersetzt habe und erleben durfte, wie das Leben dieser Kinder durch Jesus zum Blühen gebracht wurde.) Eine Christin, wie Nick Gabler erzählte, wurde in einem indischen Dorf zusammengeschlagen, verlor ihr Zuhause und ihr Mann wurde getötet. Trotz allem will sie dort bleiben, weil sie von Gottes Liebe den Nachbarn in ihrem Dorf erzählen will. Nick Gabler sagte, wenn die Menschen in den verfolgten Ländern gefragt werden, was wir für sie tun können, sagen sie alle: Gebet. Aber vor allem, dass sie von uns nicht vergessen werden. Ja, es stimmt, was Michael Herbst (evangelischer Theologe) sagt: „Wenn wir zu viel Not und Leid sehen und hören, überwältigt es uns.“ Aber wir können uns auch an Gottes Verheißungen und Zusagen klammern. Jesus hat die Pforten der Hölle überwältigt und hat den Tod besiegt. Er lebt und seine Auferstehungskraft, gefolgt von Zeichen und Wundern, wirkt noch heute. Jesus sagt: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.“ Jesu Kraft wirkte in der schlimmsten Christenverfolgung zu Jesu Zeiten und es begann eine der größten Ausbreitungen des Glaubens. Gottes Botschaft hat nicht seine Leuchtkraft verloren und sie ist „unkaputtbar“. Und in Johannes 12,24 sagt Jesus: „Ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es ein einzelnes Korn. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.“ – Sterben bedeutet immer auch neues Leben. Wir können den Schutzbedürftigen vor Ort keinen Schutz anbieten, aber wir können beten, dass sie es vor Ort erfahren. Lasst uns zusammen beten! Anke Guldner