Ökumenische Bibelwoche in Springe

Vom 24.04. bis 29.04.2022 fand nach zweijähriger Pause die Springer ökumenische Bibelwoche statt. In unterschiedlichen christlichen Kirchen trafen wir uns als Springer Christen zu biblischen Betrachtungen zum Propheten Daniel.

Den Dienstagabend gestaltete der neue junge Pastor aus dem Diakoniezentrum zum Thema „Wenn einer übermütig ist“. Gemeint war damit König Belsazar, der keine Ehrfurcht vor dem Gott der Juden kannte. Er ließ im Rahmen eines rauschenden Festes mit tausenden Geladenen seines Reiches die aus dem Tempel in Jerusalem geraubten goldenen und silbernen Gefäße holen, um daraus zu trinken. Der Übermut des Königs fand keine Grenzen, bis eine Hand das Menel-Tekel an die Wand schrieb, und man ahnte, dass eine höhere Macht hier einschritt.

Der Pastor führte aus, dass Belsazar keine Achtung vor der Religion der Juden kannte und auch seine Familiengeschichte für ihn nicht bedeutsam war, denn er hätte wissen müssen, dass sein Vater Nebukadnezar ein besonderes Eingreifen des Gottes der Israeliten erlebt hatte, das ihn Ehrfurcht vor diesem Gott abnötigte.

Ich sah mich herausgefordert, über meine eigene Familiengeschichte nachzudenken, inwiefern sie mir ganz bewusst den Weg des Glaubens bereitet hat. Bei einer betenden glaubensstarken Mutter wusste ich schnell, dass sie entscheidend dazu beigetragen hatte, mir Jesus und sein Wort lieb zu machen. Ein Entschluss, den ich als Grundschulkind fasste, hat sich mir nachhaltig eingeprägt. Jeden Tag las meine Mutter uns sechs Kindern ein Kapitel aus ihrer Bibel vor. Meine damals zehnjährige Schwester hatte sie bei der Enteignung unseres Gutes in Mecklenburg-Vorpommern in ihren Rucksack gesteckt.

Und so führte sie uns nicht nur an die Jesusgeschichten heran, sondern auch an die vergleichsweise schwerere Kost des Alten Testamentes. Bei den Königsgeschichten packte mich das Entsetzen, als es von nahezu allen Königen des Reiches Israel hieß: „Und er tat, was dem Herrn missfiel. Und Gott musste ihn strafen.“ – So blieb es bei mir hängen, und schon als Kind bat ich Gott: „Hilf mir, dass so etwas nicht über mein Leben gesagt werden muss. Hab Acht auf mich, dass ich ein Leben führen kann, das dir gefällt!“

Alle Eltern und Großeltern möchte ich ermutigen, ihren Kindern und Enkeln aus Gottes Wort vorzulesen und für sie zu beten, dass Jesus lebenslang ihr treuer Begleiter bleibt.

Barbara Wloczyk