Alle Jahre wieder…

… werden zum neuen Jahr Pläne erstellt und Vorsätze getroffen, um dann
mit vollem Elan in das neue Jahr zu starten. So war es auch zu Beginn
des Jahres 2020.
2020 – Anders, als wir gehofft haben.
Wir hatten einige Pläne für uns als Gemeinde erstellt, auf die ich mich
besonders gefreut habe. Wir hatten vier „Feuerabende“ über das Jahr
geplant. Das sollten Männerabende sein, bei denen wir vor allem
Kirchenfernstehende ansprechen wollten. Der Pokerabend sollte den
Auftakt bilden. Auch eine Gemeindefreizeit war im Juli geplant, bei der das
Vorbereitungsteam voller Begeisterung geplant hatte. Oder die
Herbstferienaktion für die Kinder. Oder, oder, oder… Die meisten Pläne
waren spätestens seit dem Wochenende 12. März überholt und konnten
nicht stattfinden. Ein Vorzeichen, dass dieses Jahr anders werden
würde…
Nun mussten in kürzester Zeit andere Lösungen für unsere
Gemeindearbeit gefunden werden. Im Rückblick auf das vergangene Jahr
kann ich dabei nur staunen und bin dankbar. So denke ich beispielsweise
an die Initiative von Hans-Jürgen und Team, eine Liste mit älteren
Personen einzurichten, die in dieser Zeit regelmäßig telefonisch
kontaktiert worden sind. Oder ich denke an die Ostereiersuche des KiGos
auf dem Gemeindegelände. (Und einzelne Kinder, die die Gelegenheit
des Schaukelns gleich nutzten, als die städtischen Spielplätze noch
geschlossen waren.) Auch unser Kanu-Team war herrlich kreativ und
flexibel, so dass die meisten Touren stattfinden konnten. An unseren
ersten Online-Gottesdienst zu Ostern denke ich gerne zurück. Mit diesem
Gottesdienst durften wir Menschen erreichen, die sonst nicht unsere
Gottesdienste besuchen (und besonders hat mich gefreut, dass
vereinzelnd der Wunsch nach Bibeln geäußert worden ist). Ein
besonderer Dank gilt hier Raphael Paschke und Florian Heine, die beide
die Gottesdienste technisch ermöglicht haben. Aber auch die vielen
Musiker und auch Moderatoren, die den Mut hatten, vor einer Kamera
Musik zu machen oder vor ihr zu sprechen. Und dies sind nur einzelne
Beispiele dafür, was Mitarbeiter in diesem Jahr unter den besonderen
Bedingungen geschafft haben. VIELEN DANK!


Endlich wieder Präsenzveranstaltungen


Nach den Monaten vor der Kamera habe ich mich aber vor allem über die
Präsenzgottesdienste besonders gefreut. Zunächst einmal unsere Open-

Air-Gottesdienste im Garten und ab September Gottesdienste in unseren
Räumen. Und wieder haben sich viele Mitarbeiter beteiligt und die
Gottesdienste erst ermöglicht. Gottesdienste unter komplett neuen
Voraussetzungen: Hygienekonzepte mussten geschrieben werden (Danke
Bernd), Mitarbeiter doppelt besetzt werden und für die Gottesdienste unter
den aktuellen Bestimmungen musste umgedacht werden. Kreativ und
„leidensbereit“ war auch der KiGo, der in den letzten Wochen des Jahres
seine Treffen in den Garten verlegt hatte, um so die Infektionsgefahr zu
minimieren – auch wenn es kalte Füße und Hände bedeutete. VIELEN
DANK! Ihr habt Großes geleistet.


Manches bleibt schmerzhaft.

Bei all dem Dank und dem Positiven bleibt natürlich auch einiges an
Wehmut zurück. Besonders herausfordernd empfinde ich die Situation,
dass Begegnungen vor und nach dem Gottesdienst und in Hauskreisen
nicht erlaubt sind. Dies hat immer einen großen Teil unseres
Gemeindelebens ausgemacht. Das gemeinsame Kaffeetrinken nach dem
Gottesdienst und voneinander zu hören und miteinander ins Gespräch zu
kommen, das fehlt sehr. Häufig höre ich im Moment die Traurigkeit
darüber, dass durch die zwei Gottesdienste man im Moment leider wenig
voneinander in der Gemeinde mitbekommt. Wobei es meiner Meinung
nach nicht an den zwei Gottesdiensten liegt, sondern vielmehr an der
Tatsache, dass Begegnungen im Moment untersagt sind. Wir befinden
uns leider im Moment in der Situation, dass Gottesdienste zwar erlaubt
sind, aber Gespräche vor, zwischen oder nach den Gottesdiensten
unterbleiben müssen.
Und dennoch bin ich dankbar, dass uns immer noch Gottesdienste
gestattet sind und wir zumindest einander auf Distanz sehen können und
geistlich auftanken können.


2021


Wie plant man in so einer Situation das nächste Jahr? Das ist in der Tat
nicht einfach, weil keiner die Entwicklungen der nächsten Monate kennt.
Obwohl vieles in der jetzigen Situation unvollständig bleibt, wollen wir
dennoch voller Mut und Hoffnung in die Zukunft schauen. Im Frühjahr
planen wir beispielsweise eine Jahresmitgliederversammlung, in der es
um grundlegende Fragen der Zukunft der Kreuzkirche gehen wird.
Solange wir Gottesdienste anbieten dürfen, ist es uns ein Anliegen, auch
in den nächsten Wochen unter den bewährten Hygienekonzepten
Präsenzgottesdienste anzubieten. Ansonsten versuchen wir immer

wieder, „auf Sicht zu fahren“ und das Gemeindeleben an die
Gegebenheiten anzupassen. Danke Jesus, dass du uns bisher bewahrt
hast!

Euer Rudi